Ultraschall

Ultraschall in SSW 6: was du beim ersten Termin siehst

In SSW 6 zeigt der Ultraschall meist die Fruchthöhle, oft den Dottersack, manchmal den Herzschlag. Was SSW 7 und 8 bringen und warum „nichts" oft nur zu früh heißt.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Frag deine Hebamme oder Frauenärztin zu deiner Schwangerschaft und deinen Untersuchungen.

Beim Ultraschall in SSW 6 siehst du meist eine kleine, dunkle Fruchthöhle in der Gebärmutter, oft schon den Dottersack als hellen Ring darin und manchmal einen winzigen Embryo mit flackerndem Herzschlag. Ob der Herzschlag schon da ist, hängt von wenigen Tagen ab: In einer Studie mit genau datierten Schwangerschaften war er vor Tag 41 nie zu sehen und ab Tag 46 immer. Wenn bei deinem ersten Termin noch nichts zu erkennen ist, heißt das deshalb oft nur, dass es zu früh war.

Hier liest du, wie die Wochen gezählt werden, was in SSW 6, 7 und 8 typischerweise sichtbar ist und wie du das erste Bild gut aufhebst.

SSW 6 heißt 5+0 bis 5+6

Die 6. Schwangerschaftswoche umfasst die Tage 5+0 bis 5+6. Gezählt wird ab dem ersten Tag deiner letzten Periode, nicht ab der Empfängnis. Die Schreibweise „5+3” heißt: fünf volle Wochen und drei Tage. Die Mutterschafts-Richtlinie des G-BA nutzt genau diese Logik: Der erste Basis-Ultraschall liegt bei 8+0 bis 11+6, also in der 9. bis 12. Woche.

Schwangerschaftswoche Schreibweise Tage seit der letzten Periode
SSW 6 5+0 bis 5+6 Tag 35 bis 41
SSW 7 6+0 bis 6+6 Tag 42 bis 48
SSW 8 7+0 bis 7+6 Tag 49 bis 55

Diese Rechnung geht von einem Eisprung um Tag 14 aus. War dein Eisprung später, ist die Schwangerschaft tatsächlich jünger, als der Kalender sagt. Das ist der häufigste Grund, warum ein früher Ultraschall weniger zeigt als erwartet.

Was man in SSW 6, 7 und 8 sieht

In diesen drei Wochen verändert sich das Bild schneller als zu jeder anderen Zeit. Die genauesten Zahlen stammen aus einer kanadischen Studie von Daya und Kollegen (1991). Sie untersuchte 35 Frauen aus einer Kinderwunschklinik, deren Schwangerschaften daher genau datiert waren, mehrfach mit Vaginalultraschall:

  • Der Dottersack war vor Tag 36 nie zu sehen, ab Tag 40 immer.
  • Der Herzschlag war vor Tag 41 nie zu sehen, ab Tag 46 immer.

Die Cleveland Clinic beschreibt die Fruchtanlage, also den ersten sichtbaren Embryo, als oft um die sechste Woche sichtbar. Manchmal dauert es aber bis zur neunten Woche, je nach Gerät und Lage der Gebärmutter. Ein Herzschlag ist meist zu erkennen, sobald der Embryo 5 bis 7 Millimeter misst.

Übertragen auf die Wochen ergibt sich ungefähr dieses Bild:

Woche Was meist zu sehen ist Was oft noch fehlt
SSW 6 (5+0 bis 5+6) Fruchthöhle, oft Dottersack, manchmal ein winziger Embryo Herzschlag häufig noch nicht, erst ganz am Ende der Woche möglich
SSW 7 (6+0 bis 6+6) Embryo als kleiner heller Strich am Dottersack, Herzschlag als Flackern bei späterem Eisprung kann der Herzschlag noch fehlen
SSW 8 (7+0 bis 7+6) Embryo deutlich größer, Herzschlag in aller Regel erkennbar bei sehr spätem Eisprung oder ungünstiger Lage manchmal noch wenig Detail

Der Dottersack übrigens ist nicht das Baby, sondern versorgt es in den ersten Wochen. Laut Cleveland Clinic ist er ab etwa der fünften Woche im Vaginalultraschall sichtbar und wächst bis etwa zur zehnten Woche.

Wenn noch nichts zu sehen ist

Ein leerer oder fast leerer Ultraschall in SSW 6 ist häufig schlicht zu früh. Der Unterschied zwischen „noch kein Herzschlag” und „Herzschlag sichtbar” lag in der Studie von Daya bei nur fünf Tagen. Ein Eisprung, der ein paar Tage später war als gedacht, verschiebt alles entsprechend.

Die Cleveland Clinic nennt beide Möglichkeiten offen: Wenn der Dottersack nicht zu sehen ist, kann das auf eine nicht intakte Schwangerschaft hindeuten, oder die Schwangerschaft ist einfach jünger als geschätzt. Deshalb wird oft ein weiterer Ultraschall nach ein bis zwei Wochen empfohlen. Erst der Verlauf über mehrere Termine gibt Klarheit, nicht ein einzelnes Bild.

Deute frühe Bilder deshalb nicht selbst, und vergleiche sie nicht mit Fotos aus Foren, deren Datierung du nicht kennst. Blutungen oder starke Schmerzen sind ein Grund, sofort deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst anzurufen, unabhängig vom nächsten Termin.

Warum der Ultraschall jetzt vaginal ist

In SSW 6 wird fast immer mit einer Vaginalsonde untersucht. Das Merkblatt zum Basis-Ultraschall erwähnt sie ausdrücklich für die erste Untersuchung. Der Grund ist die Auflösung: Laut dem Trainingsmaterial der ISUOG, der internationalen Fachgesellschaft für Ultraschall in der Geburtshilfe, arbeiten Vaginalsonden mit höheren Frequenzen und zeigen feinere Details. Für die Wochen 5 bis 8 empfiehlt sie den vaginalen Weg.

Die Cleveland Clinic beschreibt den Vaginalultraschall als sicher, auch in der Schwangerschaft. Ab wann der Ultraschall über den Bauch reicht, erklären wir in Ultraschall über den Bauch: ab wann?.

Erster Ultraschall mit Partner: was du fragen und mitnehmen kannst

Viele Praxen lassen eine Begleitung mit ins Zimmer, das entscheidet aber jede Praxis selbst. Frag bei der Terminvereinbarung kurz nach, dann gibt es keine Enttäuschung an der Tür.

Fragen, die beim ersten Termin sinnvoll sind:

  1. Sitzt die Schwangerschaft in der Gebärmutter? Das ist der wichtigste Befund dieser Wochen.
  2. Ist ein Herzschlag zu sehen? Wenn nicht: Wann ist der nächste Termin sinnvoll?
  3. Passt die Größe zu meinen Wochen? Gemessen wird früh die Fruchthöhle, später die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos.
  4. Ist es ein Kind oder sind es mehrere? Auch das gehört laut Merkblatt zu jedem Basis-Ultraschall.
  5. Kann ich einen Ausdruck bekommen? Ob es Bilder gibt, entscheidet die Praxis. Das Merkblatt sieht vor, dass du besprechen kannst, ob du die Bilder sehen möchtest.

Den regulären Fahrplan danach zeigt Ultraschall in der Schwangerschaft: drei Basis-Ultraschalle in der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. Woche.

Das erste Bild aufheben

Das erste Ultraschallbild wird auf Thermopapier gedruckt und verblasst mit den Jahren. Mach noch am selben Tag ein Foto davon, ohne Blitz und bei Tageslicht. Wie du das Original lagerst, steht in Ultraschallbild haltbar machen. Wie sich das Bild von Woche zu Woche verändert, zeigt Ultraschallbilder nach SSW.

Aus einem Bild aus SSW 6 lässt sich noch kein Gesicht ablesen, es ist ein heller Punkt in einem dunklen Kreis. Wenn du später neugierig wirst, wie euer Baby aussehen könnte, kann SeeMyBaby aus einem späteren Ultraschallbild ein imaginiertes Neugeborenen-Porträt machen. Ein klares Profil, wie es oft um die 19. bis 22. Woche entsteht, gibt das ähnlichste Ergebnis. Ein frühes Bild funktioniert technisch auch, das Porträt ist dann fast vollständig ausgedacht. Es ist ein Spiel, keine Vorhersage und kein Befund. Mehr zum Thema findest du im SeeMyBaby-Blog.

Quellen

Was Eltern oft fragen

Kann man in der 6. SSW schon einen Herzschlag sehen?

Manchmal, vor allem am Ende der Woche. In einer Studie mit genau datierten Schwangerschaften war der Herzschlag vor Tag 41 (5+6) nie und ab Tag 46 (6+4) immer zu sehen.

Ist es normal, in der 6. SSW nur eine Fruchthöhle zu sehen?

Ja, das kommt häufig vor, gerade wenn der Eisprung etwas später war. Oft wird ein Kontrolltermin nach ein bis zwei Wochen vereinbart.

Warum wird in der 6. SSW vaginal geschallt?

Weil die Gebärmutter noch klein ist und tief im Becken liegt. Die Vaginalsonde ist näher dran und zeigt mit höherer Frequenz feinere Details als ein Ultraschall über den Bauch.

Wann ist der erste reguläre Ultraschall?

Der erste Basis-Ultraschall der Mutterschafts-Richtlinie liegt zwischen 8+0 und 11+6, also in der 9. bis 12. Woche. Frühere Ultraschalle macht die Praxis, wenn sie einen Grund dafür sieht.

Sarina GomezRedakteurin, SeeMyBaby

Sarina Gomez ist das Pseudonym der SeeMyBaby-Redaktion.

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